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Änderungen im Steuerrecht

Über Neuerungen im Jahr 2016 informiert der Bund der Steuerzahler.

Steuerzahler müssen sich mit dem Jahreswechsel auf Neuerungen einstellen. Über ein höheres Kindergeld bzw. Kinderfreibeträge und die höheren Abzugsbeträge von Unterhaltsleistungen können sich im kommenden Jahr vor allem Familien freuen. Wichtig: 2016 geht ohne die Steuer-Identifikationsnummer fast nichts mehr. Was sich geändert hat, erklärt der BdSt.

Familien: Um zwei Euro pro Monat erhöht wird das Kindergeld. 190 Euro monatlich beträgt es jeweils für das erste und zweite Kind, 196 Euro für das dritte Kind und jeweils 221 Euro für das vierte und jedes weitere Kind. Grundsätzlich wird ab dem Jahr 2016 das Kindergeld nur ausgezahlt, wenn die Steuer-Identifikationsnummer (ID) des entsprechenden Elternteils und die des Kindes vorliegt. Um 48 Euro steigt auch der Kinderfreibetrag, auf dann 2.304 Euro, mit diesem soll das Existenzminimum der Kinder steuerfrei gestellt werden.

Grundfreibetrag: Im Einkommensteuerrecht steigt der Grundfreibetrag um 180 Euro. Einkommensteuer wird damit bei einem Ledigen künftig erst fällig bei einem zu versteuernden Einkommen von über 8.652 Euro. Der Betrag verdoppelt sich bei verheirateten Paaren.

Unterhalt: Wenn der Unterhaltsempfänger über kein nennenswertes eigenes Vermögen verfügt, können künftig auch Unterhaltszahlungen an Familienangehörige bis zu einem Betrag von 8.652 Euro als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden.
Weiterhin in Höhe von 13.805 Euro als Sonderausgabe absetzbar sind Unterhaltszahlungen an den geschiedenen Ehepartner, Voraussetzung ist, ein gemeinsamer Antrag der (Ex-)Partner liegt vor. Auch hier gilt jeweils: In der Steuererklärung angegeben werden muss die Steuer-ID des Unterhaltsempfängers.

Sparer: Wenn die Steuer-ID des Sparers nicht vorliegt, verlieren ab dem Jahr 2016 Freistellungsaufträge bei Banken und Sparkassen ihre Gültigkeit.

Unternehmer: Künftig von der Buchführung befreit sind Unternehmer, deren Umsatz im Jahr nicht mehr als 600.000 Euro beträgt und die einen Gewinn von maximal 60.000 Euro erzielen.
Bisher lag die Gewinngrenze zur Führung von Büchern bei 500.000 Euro Umsatz und 50.000 Euro Gewinn. Dies bedeutet für die Praxis, dass kleinere Gewerbetreibende auf eine Einnahmen-Überschussrechnung umstellen können, da sie aus der Buchführungspflicht herausfallen. Ausnahme: Eine Buchführungspflicht besteht bereits aus anderen Gründen, z.B. bei GmbHs.

Rechengrößen in der Sozialversicherung: Auf 74.400 Euro (West) bzw. 64.800 (Ost) steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die bundeseinheitliche Bemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt auf 50.850 Euro. Auf 56.250 Euro angehoben wird die Versicherungspflichtgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung. Stabil bleiben die Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Allerdings werden wahrscheinlich einige Krankenkassen höhere Zusatzbeiträge verlangen.



Reform der Erbschaftsteuer: Über die Ausgestaltung der neuen Regelungen gibt es derzeit noch erhebliche Differenzen zwischen Bundestag und Bundesrat. Womöglich wird die bereits für Januar 2016 geplante Reform des Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts erst später kommen. Die Vorschriften zur steuerbegünstigten Übertragung von Betriebsvermögen sind betroffen.